Berliner, Münchner oder Tübinger Modell? Eingewöhnungsmodelle im Vergleich

Berliner, Münchner oder Tübinger Modell? Eingewöhnungsmodelle im Vergleich

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Berliner Modell, Münchner Modell, Tübinger Modell – wer sich mit der Kita-Eingewöhnung beschäftigt, stößt schnell auf diese Begriffe. Hier erfährst du, was hinter den drei bekanntesten Eingewöhnungsmodellen steckt, worin sie sich unterscheiden und welche Fragen du deiner Kita stellen solltest.

Warum gibt es überhaupt Eingewöhnungsmodelle?

Kleine Kinder brauchen eine sichere Bindung, um sich in einer neuen Umgebung wohlzufühlen. Eingewöhnungsmodelle geben Kita und Eltern einen gemeinsamen Fahrplan, damit das Kind in Ruhe Vertrauen zu einer neuen Bezugsperson aufbauen kann. Sie sind Leitplanken, keine starren Gesetze – jede Kita passt sie an ihren Alltag an.

Das Berliner Eingewöhnungsmodell

Das Berliner Modell ist in Deutschland am weitesten verbreitet. Es wurde in den 1980er-Jahren vom Institut für angewandte Sozialisationsforschung (infans) entwickelt.

  • Grundidee: Das Kind baut zuerst eine Beziehung zu einer festen Bezugserzieherin auf.
  • Ablauf: Einige Tage gemeinsam in der Gruppe, dann ein erster kurzer Trennungsversuch. Je nachdem, wie dein Kind reagiert, wird die Eingewöhnung kürzer oder länger geplant.
  • Dauer: meist zwei bis drei Wochen, manchmal länger.

Das Münchner Eingewöhnungsmodell

Beim Münchner Modell lernt dein Kind nicht nur eine Person, sondern die ganze Gruppe und den Kita-Alltag kennen.

  • Grundidee: Das Kind wird aktiv in die Gemeinschaft eingeführt, Eltern sind in dieser Zeit intensiv dabei.
  • Ablauf: Eine längere Kennenlernphase, in der Eltern den Alltag miterleben, bevor die Trennungen beginnen.
  • Dauer: oft rund vier Wochen, je nach Kind auch länger.

Das Tübinger Modell (Eingewöhnung in der Peer)

Das Tübinger Modell ist jünger und setzt auf die Gruppe: Mehrere Kinder werden gleichzeitig eingewöhnt.

  • Grundidee: Die anderen Kinder sind eine wichtige Stütze – man ist nicht allein „die oder der Neue“.
  • Ablauf: Eine kleine Gruppe von Kindern startet zusammen, begleitet von ihren Eltern und mehreren Fachkräften.
  • Dauer: je nach Kita unterschiedlich – frag am besten konkret nach.

💡 Kein Modell ist „das beste“

Entscheidend ist nicht der Name des Modells, sondern wie feinfühlig die Kita auf dein Kind eingeht – und wie gut ihr euch absprecht.

Diese Fragen solltest du deiner Kita stellen

  • Nach welchem Modell gewöhnt ihr ein – und wie flexibel seid ihr dabei?
  • Wer wird die Bezugserzieherin meines Kindes sein?
  • Wie lange sollte ich die Eingewöhnung im Kalender einplanen?
  • Woran merkt ihr, dass mein Kind bereit für längere Trennungen ist?
  • Wie erreicht ihr mich, wenn mein Kind sich nicht beruhigen lässt?

Wie die Eingewöhnung im Alltag abläuft, liest du im Grundlagen-Artikel Kita-Eingewöhnung: Ablauf, Dauer und die besten Tipps.

Gut vorbereitet in die Eingewöhnung

Im PDF findest du die drei Modelle übersichtlich im Vergleich, dazu 20 Fragen fürs Aufnahmegespräch und einen 4-Wochen-Plan, der zu jedem Modell passt.

Häufige Fragen

Kann ich mir das Modell aussuchen?

Meist nicht – das Modell gehört zum Konzept der Kita. Du kannst aber nachfragen, wie flexibel die Kita bei Bedarf ist.

Welches Modell ist für sensible Kinder geeignet?

Jedes Modell kann gut funktionieren, wenn sich die Kita Zeit nimmt. Sprich offen an, wenn dein Kind länger braucht.